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Rezensionen

Man ist manchmal nah dran, den Glauben daran zu verlieren, dass es so etwas wie gute österreichische Pop- und Rockmusik gibt. Die nicht bis zur Augenverletzung in Richtung Hitparaden schielt, die nicht von verhaltensauffälligen Karaokesängern gemacht wird. Aber es gibt sie. Das Indie-Label Wohnzimmer hat gerade das Debüt-Album der Band Kreisky herausgebracht.
Anna Gasteiger, Kurier
> gesamter Artikel + Konzertkritik Badeschiff (07. 05. 2007)

Wie man entspannt und überdreht zugleich sein kann, machen Kreisky aus Wien vor. Ein bisschen wirken Musik wie auch Text und Gesang als zeige man die Zeitlupe eines hysterischen Anfalls. Den Siedepunkt vermeiden sie sehr geschickt und faszinieren dadurch viel mehr als der übliche Ausbruch, den sie nur immer wieder antäuschen. Dann bricht sich gelegentlich noch der Schmelz des Akzents in der Stimme Bahn und passt so perfekt zur abgekühlten Musik – toll.
intro.de

Bissig. "Wir waren jung, wir waren elektrisch, wir hatten Mehrwert, hatten Motivation" - Zeilen aus dem Song "Alte Männer wie wir regieren die Welt" vom Debüt der Band Kreisky. Wie Bruno. Klingt jung, elektrisch, hat Mehrwert, zeugt von Motivation. Ö-Rock von kraftvoll-bissiger Intelligenz.
Kleine Zeitung

Aggressives Studentenfutter mit guten deutschen Texten, das sich wohltuend vom harmoniesüchtigen und laut nichtssagenden Deutsch-Pop-Rock abhebt und statt dessen auf die musikalischen Qualitäten US-amerikanischer Vorbilder von vor ein paar Jahren setzt. Und dabei eher auf jene, die es letztlich nicht geschafft haben, also sympathischer sind als sich verbiegende Mainstream-Andiener, die beim Wellness-Sender unseres größer werdenden Missvergnügens als "Platte der Woche" gestreichelzoot werden: Fuck off! Hier wird gerotzt, gemeckert und gestänkert, und nebenbei fallen ein paar Wahrheiten ab, für die man zuerst ein bisserl gelebt haben muss, um sie formulieren zu können. Das beste aus unseren Breiten seit verdammt lang!
Mai-Playlist von Karl Fluch, derstandard.at

Die Band versammelt auf ihrem unbetitelten Debütalbum eine Reihe abgezirkelter Politverweigerungs-Postpunkstücke, melodieintensive Alternative-Gitarrenrockkracher mit Neigung zur organisierten Kakophonie.
Stefan Grissemann, Profil
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Nach Punk und New Wave tönen die Gassenahauer von "Kreisky", nach dem wilden Leben aus zweiter Hand, nach dem schnellen Bier, von dem man dennoch nicht betrunken wird. Nette Sache, insgesamt.
M. Gasser, Kronen Zeitung (Steiermark)
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Eine Wohltat in Souveränität und Eigenständigkeit.
Rainer Krispel, TBA
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Die Wiener Band Kreisky hat einen gewichtigen Namen, geilen Rock und gute Texte - und sie hat es faustdick hinter den Ohren.
Sebastian Fasthuber, Falter
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> Cover STMK-Falter (Programm)

Der im CD-Booklet in Totengräberanzügen abgebildete Vierer mit dem Namen des früheren heimischen Sonnenkaisers zählt zu den wenigen Bands, die Deutsch singen und texten können, ohne damit beim Zuhörer Fantasien auszulösen, in denen unschuldige Mitmenschen einem gewaltsamen Ende zugeführt werden. Liegt vielleicht daran, dass die Herren Klaus Mitter (Haudrauf), Gregor Tischberger (Bass, Gesang), Martin Offenhuber (Axt) und Franz Adrian Wenzl (Tasten, Gesang) selbst ordentlich Dampf ablassen, was einen das Werk professionell lobenden Promoter zu dem schönen Vergleich "The Jesus Lizard treffen Udo Jürgens" veranlasste. Dem ist zuzustimmen: Jaulende Gitarren, eruptive Rhythmen und eine gewisse Fixiertheit auf Mädchen finden sich auf diesem Meisterwerk. Apropos: Der beste Songtitel lautet Wo Woman Ist, Da Ist Auch Cry. Groß!
Karl Fluch, Der Standard

Ein mächtiges, sperriges und lautes Stück Rockmusik stellen Kreisky mit ihrem Debüt in den abgedunkelten Panic Room. Die Musik dieser Männer ist so dunkel und morbid wie ein Kafkaroman ("Nichtschwimmer") und schon im nächsten Moment so energetisch und leicht nostalgisch wie ein Rumfässchen-Eis in einem oberösterreichischen Freibad anno 1981 ("Wo Woman ist, das ist auch Cry"). Deutsche Texte, vorgetragen in einer ganz eigenen Sprachmelodie vom gebürtigen Oberösterreicher Franz Adrian Wenzl, Gitarre, Orgel und eine enthemmt polternde Rhythmussektion prägen das Klangbild Kreiskys. Zwölf Rocksongs mit Noise- und Punkelementen befinden sich auf dem Debütwerk des Quartetts. Schon der zweite Track ist der kleine Hit des Album, doch selbst dieser ist alles andere als seichte Kost. In "Wo Woman ist, da ist auch Cry" wird geschrieen, gekreischt und gesülzt, alles ist möglich im Kreisky-Soundkosmos. "Energie" ist ein auf den Punkt gebrachter energetischer Art-Punk-Kracher erster Güte, selbst Mark E. Smith wäre stolz auf diesen Song. Der Songzwilling dazu ist "Rolltreppe", ein energiegeladenes Stück Rock, das in seiner wütenden Gangart an das Goldene-Zitronen-Stück "Das bisschen Totschlag" erinnert. Auch Balladen ("Nichtschwimmer") und intensiv monotone Nummern wie "Verschollen in Europa" fügen sich hervorragend ins gesamte Klangbild des Albums. Überraschend klingt "Halleluja", da dürfen sich Schlagermelodien und Bontempi-Walzer-Glückseligkeit mit lyrischen Dramen in bester Element-of-Crime-Manier vereinigen. Auch auf der Sarkasmus- und Ironieklaviatur spielt die Band gekonnt: "Alte Männer wie wir regieren die Welt" und "Mit der Musik kamen die Spinner" erbringen den Beweis: "Mit der Musik kamen die Spinner, die Spinner mit ihren unerträglichen Bands, die Bands mit ihren unerträglichen Namen, auf T-Shirts, damit sie jeder lesen muss." So selbstironisch und böse endet dann dieses fabelhafte Debütalbum. Kreisky im Jahr 2007, das ist ein starkes musikalisches Statement fernab jeder sozialdemokratischen Sonnenkönigsromantik!
Slam, Claus Michäler. (8/10)
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Auf jeden Fall ein Must Have für alle, denen die "Staggers" zu lustig und "Tocotronic" zu deutsch sind.
Jörg Vogeltanz, The Outfit
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Es gibt sie wieder: Eltern, deren Nachwuchs auf den Namen Bruno strahlt. Und seit 2005 gibt es auch eine Band, die auf den Namen Kreisky rockt. Was auf den ersten Blick noch seltsam anmutet, geht auf den zweiten Blick so richtig auf: Genial. Anders wäre das beispielsweise mit Josef und Taus. Kreisky haben nach über 2 Jahren schweißtreibender Arbeit den Sack zugemacht und 12 wunderbar windschief schrille Stücke im Rock-Format auf Scheibe gebannt. "Mit der Musik kamen die Spinner", reflektiert Franz Adrian Wenzl über das Business und quengelt anderenorts "Wo Woman ist, da ist auch Cry". Alles scheppert, alles nervt, und wer sich stellenweise an die Goldenen Zitronen erinnert fühlt, ist auch kein Trottel. Eines der schönsten Comebacks der Geschichte. Mehr Kreiskys braucht das Land.
Augustin

Die heißen nach dem Sonnenkanzler, weil sie einen "mythologischen Namen wie Genesis oder Pink Floyd" haben wollten. Das Wiener Quartett klingt zum Glück gar nicht genesisoid, sondern bietet heftigen Indie-Pop mit heftigen Texten. Toll! (4/5 Punkte)
Kurier

Das Debüt-Album der Band mit dem kuriosen Bandnamen steht ihrem Live-Eindruck in nichts nach. Prog-Rock und Post-Punk wird mit ironisch-klugen deutschsprachigen Texten interessant vermischt. Man könnte manchmal meinen, die Aeronauten- und Blumfeld-Sänger hätten sich im Duo mit Jesus Lizard und Fugazi auf ein Packl g'haut. Trotz dieser Schräglage nie langweilig und auch gut rockig!
Planet Magazin