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Rezensionen
Herr Offenhuber arbeitet seit 2001 an dem Musikprojekt Couscous, das er selbst
als Abfallprodukt bezeichnet. Kein Wunder, da das Rhythmusskelett dieser sensationellen
Platte durch das improvisierte Spiel auf allerhand selbst gebastelten Konstrukten
aus ausgeschlachteten Motorteilen, Blechdosen, Stahlfedern und Plastikflaschen
gebildet wird. Diese straight-in-your-face-Räudigkeit wird mit Melodiefetzen
klassischer Instrumente wie Akkordeon, Gitarre oder Harmonium kombiniert. Am
Laptop wird alles noch einmal zerhäckselt und wieder zusammengesetzt,
ohne jedoch dabei das Ausgangsmaterial bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln
wie man das ja von so einigen Noise-Artists kennt. Für mich ist diese
Platte - neben der 15-köpfigen Post-Kraut-Space-Rocker Thalija - eine
der interessantesten Neuentdeckungen am österreichischen Musikmarkt der
letzten 5 Jahre. Eine Empfehlung für alle jene, die sich ausgiebig mit
Klangforschung befassen. Und für alle Anderen: Erweitert doch endlich
einmal euren Horizont! 9/10 Punkten
Benedikt Guschlbauer, The Gap, 06/2006
Liebenswerte Versponnenheiten und Pop mit hohem Abseitigkeitsfaktor finden
immer einen Platz auf dem im steirischen Wies beheimateten Label Pumpkin Records.
Couscous lässt sich zwar nicht als kritisches Statement zur Wegwerfgesellschaft
lesen, dass sie sich aber mit Industrieabfall wie Dosen, Plastikflaschen oder
Stahlfedern ein swingendes Instrumentarium zusammengeschustert haben, ist natürlich
lobenswert. Nicht nur im ökonomischen Sinn. Und damit es nicht gar zu "industriell" wird
und das musikalische Rhythmusskelett nicht an Nacktheit leiden muss, sorgen
Harmonium, Ziehharmonika und Gitarre für den nötigen harmonischen
Ausgleich, ohne dass es gleich übertrieben melodieverliebt wird. Den anständig
geschabt, getrommelt, gerieben und entfremdet wird dennoch. Ohne dabei die
Funktionalität der Entwürfe und das Ziel des Unterfangens aus den
Augen zu verlieren: "Die schmutzige industrielle Revolution in den weißen
Zimmern der Laptopmusik".
Tiz Schaffer im Steiermark-Falter Nr. 24/2006
Zwischen Währing und Kerala bleibt viel Platz. Wo ist Kerala überhaupt?
ah, Indien. Okay. Alles klar. Also. Martin Max Offenhuber, seines Zeichens
Mitmusiker bei Kreisky, Geleé Royale u.v.a. hat ein Nebenprojekt namens couscous
ins Leben gerufen. Seit geraumer Zeit, konkret seit 2001 hat er an den Versatzstücken
gearbeitet, die nun hier zum Gesamteindruck zurechtgerückt wurden. Abfallprodukt
nennt er das. Sein musikalischen Firmenkapital besteht aus ausgeschlachteten
Motoren, Dosen, Blechen Plastikflaschen und sonstigen Allerwelts-Verpackungen.
Raus kommt dabei nicht "Ich hau da jetzt mal drauf und sehe mal, was die
anderen dazu sagen", sondern ausgedehnte Klangforschung gepaart mit traditionellen
Instrumenten, wie Harmonium und E-Tanpura. Alles wird verfremdet und durch
den Laptop-Wuzler gedreht. Aber nicht bis zur Unkenntlichkeit veräussert
sondern schon ein Stück weit in die Mitte gerückt. Interessant wird
es dann, wenn mehr Kerala als Währing zum Vorschein kommt. Ja, diese Platte
ist eine Empfehlung wert. Kaufen!
Peter Balon, Big Load, 03/2006
Couscous und Fred Frith läuteten am Freitag die Frühjahrsrunde
in der feinen Kulturveranstaltungsreihe Foyer des artes im Stadtsaalfoyer Vöcklabruck
ein. (...) Die eigentliche Überraschung des Abends war
Couscous. Die Gruppe, die ihren ersten Live-Auftritt absolvierte, begeisterte
alleine durch eine nicht alltägliche
Instrumentierung. Schräge aber rhythmusbetonte Klänge
wurden Eigenbauinstrumenten entlockt, der E-Bass wurde mit dem Schraubenzieher
zum Schreien gebracht, ein Harmonium und auch die gute alte Maultrommel ("Fotzhobel")
kamen zum Einsatz.
Wolfgang Macherhammer, OÖN, 03/2006
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