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Rezensionen
Ein giftelndes, grantelndes Noise-Meisterwerk
FM4
Der Beweis, dass Wiener Schmäh auch als Schmähgesang funktioniert. Groß!
Intro
Ein fantastisches drittes Album!
Mainstage
Eine richtig schöne schlechte Laune, kann es Herrlicheres geben? … eine ernste Band, begeisternd klare Musik.
FAZ
Hier wird in meisterlicher Form geschrien, geschimpft, genervt.
Die Presse
„Trouble“ ist äußerst notwendiger wütender Krach.
Der Tagesspiegel
So oft wird von der Zukunft des Rock geredet, hier kann man sie hören.
Culturmag
Klug und gefährlich … eine große und eigentlich gar nicht so grantige Band.
Profil
Kreisky sind gleichzeitig extrem aufwühlend und entspannend … sperrige und krachige Klänge, die selbst von Rockmusik inzwischen längst enttäuschte und abgewendete Hörer vom Hocker hauen können.
Junge Welt
Das Quartett entwickelt sich langsam zu österreichischen Großmeistern des heiligen Zorns… neun neue, blendende Songs.
Freistil
Großmächtig, grantig und grandios!
InWien
Kreisky türmen ihre Gitarrenbretter so hoch, dass es kein Entkommen gibt.
Uncle Sallys
Mit ihrem dritten Album zementieren die Querulanten-Rocker von Kreisky ihren Ruf als beste Band Österreichs - ja, sogar des deutschsprachigen Raums.
Kronen Zeitung
Das dritte Kreisky-Album ist eine fordernde Platte. Eine, deren Schönheit sich erst nach und nach aus dem massiv-dynamischen, teils dissonanten Rock-Sound herausschält. Doch dann lassen einen die neun Songs nie wieder los. Versprochen.
OÖN
Menschen brauchen Liebe wäre auch ein schöner Titel für das dritte Kreisky-Album gewesen. So heißt nun der herausragende Song der Platte, eine achtminütige Ballade zwischen Chanson und In Every Dream Home a Heartache, bei der sich Wenzl und Band weit aus ihrem Schimpfrevier herausgewagt haben. Es menschelt, wenn der Sänger ein ebenso grotesk wie realistisch anmutendes Eifersuchtsszenario erzählt, das sich im Büro einer Firma, im Ersatzteillager und beim Vietnamesen abspielt. Die Conclusio: „Was wir anzünden / Und wen wir anzünden / Ist doch letztlich egal / Hauptsache, es brennt.“
Brennen tut es sowieso. Der Zornpegel ist schon beim Einstieg Ihr Hunde, lasst mich los im roten Bereich. Vergleichbar, wenn auch in anderen Rottönen, geht es im ersten Block mit „Scheiße, Schauspieler“, dem herrlich feisten Rocker „Bitte, bitte“ („Wenn ich sage, ich will niemanden sehen / Dann will ich verschissen auch niemanden sehen“) und Die, die immer gewinnen weiter. Perfekt. Fast noch reizvoller indes sind die langen Erzählstücke, von denen sich mit dem absurden Western In der Prärie und dem Plattensammler-Drama Das schwarze, schwarze Meer zwei weitere finden. „Mit gutem Gefühl hingeschissen“, hätte Hans Platzgumer gesagt. Aber auch gut nachgeputzt.
Sebastian Fasthuber,, Falter, 06. 04. 2011
Kreisky [...] knallen uns auf „Trouble“ neun neue, schmissige Gitarrenperlen vor den Latz, die jeden 1000 Robota-Fan in hoffnungslose Glückseligkeit stürzen werden. Die Band pulsiert, das spürt man, die Scheiße muss raus. Alles auf diesem Werk schreit nach Aufbruch: Wie sie hier sperrige Momente mit geschrieen, bisweilen fast dahin gerotzten Texten kontern, verdient die Bestnote. Natürlich muss man als Hörer einen gewissen Faible für abgedrehte und lärmige Momente mitbringen, wenn man allerdings bereit ist, sich vollends auf die Band einzulassen, erschließen sich nach und nach auch die famosen Songzeilen, die zum Besten gehören, was man seit dem letzten Album von Ja, Panik so zu hören bekommen hat. Mehr davon, bitte.
Zuckerkick.com, Mai 2011
Das Wiener Quartett Kreisky befindet sich mit seinem dritten Album namens Trouble in der schönsten Mittlebenskrise. Was auf den beiden Vorgängerarbeiten Kreisky und Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld noch im schönsten katholischen Selbstzerfleischungsmodus gegen alle anderen, also gegen sich selbst wüten konnte, erfährt nun eine leichte Modifizierung. Vielleicht ist das Böse unter der Sonne ja nicht nur das, das man im Badezimmerspiegel täglich neu als widerwärtig erfährt und als Kleinformatleser als kleinkarierten äußeren Einfluss deutet. Es könnte auch sein, dass man mit ein wenig gutem Willen zu einer gewissen Verbesserung der Gesamtsituation beitragen könnte. Wer das braucht.
Bei Texter und Sänger Franz Adrian Wenzl hört man in der gut sechsminütigen, Santanas Samba Pa Ti mit eruptiver Feedbackgitarre austreibenden "Ballade" Menschen brauchen Liebe, dass die Welt ein schönerer Platz werden könnte, wenn man nur fest und treu zu seinen Handlungen steht: "Was wir anzünden und wen wir anzünden, ist doch letztlich egal. Hauptsache, es brennt. Hauptsache, es ist warm. Monika, hast du es warm? Monika hast du es warm?"
Der Rest des neuen Albums dieser im heimischen Kontext zwischen traurig bis mittelheiter im roten Ausnahmebereich "Maximal ungut" disponierten Band erschließt sich einmal mehr als Abarbeitung an dissonanten Ein-Akkord-Gitarrenriffs aus einer leider vergessenen Schiene der US-Grungerock-Ära der frühen 1990er-Jahre. Die zum Vorteil von Kreisky als historische Altlast abgelegte Band The Jesus Lizard mit ihrem soziopathischen Frontmann David Yow bestimmt eine herausragende Kunst, der man gegenwärtig auf Youtube vor allem im Video zum Song Scheiße, Schauspieler gewärtig werden kann.
Zu einem menschenfreundlichen Reggae als Mieselsucht deutenden Schunkelrhythmus feindet man das Theater und sein Publikum an - und meint doch sich selbst auf der Bühne des Wiener Kleinkunstlokals Chelsea. Um eine hohle Phrase aus Burg und Oper zu verwenden: In diesem untergriffigen Lied, das von quengelndem Gesang und ergänzender Bitzel-Gitarre bestimmt wird, rumort es dank einem an Magenverstimmung leidenden Bass so, dass Kreisky endlich ganz zu sich selbst gelangen. Wer die Menschen hasst, meint sich selbst. Das ist keine angenehme Erkenntnis. Es muss aber ab und zu in ein Mikrofon gerotzt werden. Das geht ohne Reimzwang. Die Zwänge liegen ganz woanders. Irre, dass sich eine andere aktive Wiener Band mit ihrem Happy-go-lucky-Sound ausgerechnet Freud nennt. Kreisky wären mit ihrem neuen, "Wickel" oder "Kelch" betitelten Album dafür prädestinierter.
Christian Schachinger, Der Standard, 15. April 2011
Kreiskys begnadeter Querulanten-Rock präsentiert sich in bestechender Topform und gewinnt zusätzlich Raum und Geschichten.
Rainer Krispel, TBA, April 2011
Seltsames Österreich, die krankesten Regierungsvertreter und Psychos, da verblassen sogar belgische Gesellschaftsgeschwüre. Hin- und hergerissen ist man bei diesen Wiener Noiserockjüngelchen, die, wie jeder aufrechte Noiserocker, mit Muttern noch eine Rechnung offen haben, und all den unaufgearbeiteten Scheiß dann auf die Freundin umleiten. Und diese Texte! Zwischen „Unglaublich bescheuert“ und „Genial“ ist alles zu finden, gelegentlich treffen sie—wie bei „Scheiße, Schauspieler“ —sogar sämtliche Nägel auf die Köpfe. (8/10)
VICE Germany
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