Nächster Live-Termin:
12. 03. 2010      D - Schorndorf  Manufaktur
martin knieend radiosession
30. 12. 2009

From Kreisky with love

Das Jahr geht zu Ende, wir sagen Danke an alle Konzertbesucher, Plattenkäufer und generell Gutfinder. Und weil jetzt besagtes und für uns supernes Jahr, insgesamt ja sogar ein Jahrzehnt zu Ende geht, ist der übliche Listenwahn ausgebrochen. Gut so, weil in manchen dieser Listen auch wir vorkommen:
Die Damen und Herren Musikvermittler von der mica haben unseren Zweitling Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld auf Platz fünf der besten Platten des Jahrzehnts (jawohl!) gewählt. Die FM4-Institution Im Sumpf hat uns an die Spitze ihrer Jahrescharts gehievt, was nicht nur auf den bekannt einwandfreien Geschmack von Thomas Edlinger und Fritz Ostermayer zurückzuführen ist, sondern auch auf ihr mathematisches Unvermögen: 3+6 ergibt bei diesen Herren 1! Uns solls recht sein.
Nebst Falter waren im Standard gleich drei von vieren Musikredakteuren so freundlich, Meine Schuld... als beste heimische Platte des Jahres abzufeiern. Und auch in der unmittelbaren Nachbarschaft wurden wir (an)erkannt und sind unter anderem auf Platz 41 der Jahrescharts des Musikexpress zu finden. Vor den Pet Shop Boys, und die sind immerhin reich und so richtig alt und so.
 
Kreiskys waren außerdem ja neulich zu Gast im Radiokulturhaus. FM4s haben gefilmt und das dann ein paar Tage lang online gestellt. Für jene, die das nicht gesehen haben oder ob der schieren Menge an Videomaterial keine Lust auf durchschauen-und-Highlights-erwischen (wobei: es war natürlich eh ein einziges Highlight) hat, für jene also haben wir die besten Schmankerln rausgeschnitten und auf den YouTube gestellt. Im einzelnen und speziellen sind das die Stücke Geladene Gewehre, Vandalen, Glitzer und Die Menschen sind schlecht.













A propos FM4... Wer unsere Stimmen vor dem neuen Jahr noch einmal hören will, sollte am 25. Dezember Weihnachten bei den Großeltern schwänzen und den FM4 aufdrehen. Irgendwann zwischen 15 und 19 Uhr lassen Mitter und Tischberger in einem Weihnachts-Gästezimmer die Gedanken schweifen und legen da nebenbei ein paar Weihnachtslieder auf.
 
Wir sehen uns, im Jänner in Deutschland und ein bissl später dann in Ö.
 

Gregor

Gregor / 22. 01. 2010, 19:15
White Line Fever in the Deutschland

Deutschland in aller Kürze. Vier Konzerte, viele Kilometers, vier zufriedene Musiker, ein super Hannes am Steuer, ein super Dannermichi am Mischpult, ein Abstecher nach Holland und eine Saukälte.

Erster Halt, Hamburg. Abfahrt um Mitternacht, Ankunft zwölf Stunden später im Hotel Figaro in St. Pauli. In Hamburg sei es so kalt, sagt man uns, wie seit Jahren nicht mehr. Nach Mittagessen und Plattenshoppen wurde Schlaf nachgeholt, am Abend gings in den Grünen Jäger, eine Art Knusperhäuschen zwischen Wohnhäusern und einem Diskont-Großmarkt. Dem wohl hässlichsten der Welt, wie der fachkundige Offenhuber anmerkt. Aber immerhin, die verkaufen da einfach alles was es gibt, auch nicht schlecht. Der zum Backstageraum umgewidmete erste Stock war zwar riesig, aber eben dadurch unheizbar. Warm ist uns bzw. ist das Hamburger Publikum mit der Musik geworden. Gutes Konzert, gutes Geplauder im Anschluss. Aftershow-Ausklang mit Daniel Johnston.

Groningen, Holland, Eurosonic-Festival. Nach einer angenehmen Fahrt eine angenehme Überraschung, nämlich ein lässiges 4-Sterne-Hotel. Offenhuber hat gleich ein Vollbad genommen, ich die Massagedusche genossen. Alte Männer und so. Frisch gewandet ging es in die Muziekschool (wo anscheinend Kurse für Instant Composing angeboten werden, lässig… Bei mir hats früher im Dorf nur Blockflötenunterricht gegeben). Vor dem Konzert um Mitternacht haben uns sehr freundliche und gut vorbereitete Menschen vom WDR-Rockpalast interviewt. Alkohol hat es Backstage nicht für uns, wohl aber für die andere Band gegeben, mit der wir uns den Raum geteilt haben. Ein Missverständnis, wie sich später aufklärte. Das Konzert, vom Rockpalast mitgefilmt, war zu dem Hamburg-Warm-Up noch einmal eine schöne Steigerung, dem internationalen Publikum hats getaugt, auch wenn die meisten Leute die Texte wohl nicht ganz verstanden haben. Uns hats auch getaugt. Außerdem, Grant is an international language. Ein Ire schreibt zum Beispiel hier von "Mark E Smith on steroids moves" und "deadly tunes". Und wir wurden wohl nach Frankreich eingeladen. Spitze.

Köln. Diffuses Licht im Blue Shell. Das war nämlich, seinem Namen entsprechen, durchgehend mit blauen Neonröhren ausgeleuchtet. Was einem irgendwann die Farbwahrnehmung komplett zusammenhaut. Mit uns haben The Law aus Schottland gespielt. Deren Sänger spricht ein derart derbes Schottisch, dass ihn selbst seine Bandkollegen die halbe Zeit nicht verstehen. Die wiederum haben wir die halbe Zeit nicht verstanden. Aber insgesamt haben wir uns anscheinend sehr gut verstanden. "Yeah man, that's good man, that's good", dazu beide Daumen hoch. Das Publikum war uns und den Schotten gewogen, bei denen haben allerdings ein paar mehr Mädchen getanzt. Bei uns die Typen. Auf der Fahrt nach Karlsruhe hat sich Wenzl für den Fisch und ich mich für das traurige Huhn an irgendeiner Raststätte entschieden - ganz schlecht. Die anderen für Fastfood - vernünftig. Ein Stamperl Vodka wurde - aus Vernunftgründen - gekippt und hat erfolgreich das vernichtet, was in dem von uns gewählten Essen wohl schon seit Tagen auf ein Opfer gewartet hat. Nehmt das, Bakterien!

Karlsruhe dann. Eigentlich das Highlight der Mini-Tour. Wir wurden von freundlichen Menschen empfangen, die uns erzählt habe, dass der Wirt nebenan immer Kreisky auflegt, was wohl schon einige Neugier auf uns geweckt hat. Vor dem Konzert gabs selbstgekochtes Essen für uns in einer nahen Wohnung mit Fototapete. Das beste Essen seit langer Zeit in Wirklichkeit, für eine Kulinarik-Band wie Kreisky durchaus wichtig und stimmungsmitentscheidend. Bei der Rückkehr ins Kohi dann die für uns halbwegs überraschende Feststellung: der Laden ist gesteckt voll, Leute mit der Bitte um Einlass müssen weggeschickt werden. Öha, wie der gelernte Landmensch sagt. Stimmung super, Vorband super, Publikum super, ergo Konzert super.

Als halbwegs fatal erwies sich die Entscheidung, nach dem Konzert noch nach Wien aufzubrechen. Pünktlich zur Abfahrt hat es zu schneien und batzen angefangen, die Fahrt hat ewig gedauert. Sechs überdurchschnittlich große Menschen in einem Sechssitzer, schon mal ausprobiert? Bei der Rückkehr am späten Vormittag dann noch ein guter Lacher zum Abschluss: Alfons Haider, "Ich bereue".

Gute Tour!
 
 

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