Nächster Live-Termin:
27. 07. 2009      Wien  Arena  w/ TV On The Radio
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02. 06. 2009

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Martin

Martin / 06. 06. 2009, 20:42
übertroffene und unerfüllte Erwartungen

Der 4. Teil unserer Meine Schuld Tour. Heimspiele mit übertroffenen und unerfüllten Erwartungen. Das Konzert im Chelsea steht unter einem guten Stern, wir rechnen uns vor dem Auftritt gegenseitig vor, wie oft jeder einzelne von uns hier bereits gespielt hat, und die Summe liegt bei jedem jenseits der Zehn. Andere Dinge gibt es auch noch zu feiern (und ich rede nicht etwa von meinem Geburtstag), und so manifestiert sich die gute schlechte Laune in einem Konzert wie einem Dankgottesdienst, jede Nummer ein Geschenk. Davor haben unsere surrealistischen Dada-Freunde von NOM schon mit ihrem soundmäßig leicht angestaubten Endachtziger Russen-Agit-Elektrorock plus Masken und Tanzeinlagen die Leute genug verstört, dass es eine Freude war. Spät ists geworden, ausverkauft wars und der Merchrekord ist sehr deutlich gefallen. Jawoi!



Am weg nach Salzburg erfahren wir, dass 15h Ankunft nicht nur eine Richtzeit, sondern schon irgendwie ernst gemeint war. Daher müssen wir unser ganzes diplomatisches Geschick auffahren und uns von jedem Beteiligten des Abends mindestens einmal aufziehen lassen-geschenkt. Die Bar wird jedenfalls voll, Tangerine Turnpike legen ein überraschend rauhes Bluesrockset hin, woraufhin wir ca. eine dreiviertel Stunde brauchen, um in Fahrt zu kommen. Dann tuschts aber, mein persönliches Highlight: mein erster Kneejump mitten im Spielen- weder schmerzhaft noch besonders schwer zu machen. Ja. vorm nach Hause gehen lernen wir noch das Salzburger Nachtleben kennen (das gibts), und zwar namentlich in der Mexxx Bar und danach, ab 6h (da sperren die auf) in die Schwarze Katze. Klingt verrucht (Gräfin vom Naschmarkt?), hat aber einen erstklassig saugrantigen Kellner und das Mobiliar ist sichtlich einfach zu reinigen: unstylische 50er Jahre Zweckmöbel, ohne jeden Glamour, einfach den Kübel drüber schütten und es ist wieder sauber. Davor von Michi Danner das Arschparadengehabe der 3 Feet Smaller erklärt bekommen, und, das Schicksal mags gern lustig, an jenem Abend gleich viermal nackte Männerarsche gezeigt bekommen. Die Ärsche und was dahinter noch so alles baumelt, ihr kennts euch aus. Um 7h waren wir dann trotzdem nicht die ersten Gäste beim großartigen Frühstücksbuffet, ich weiß nicht, wie man das schaffen kann.



Unser Auftritt auf der FM4 Bühne am Linzfest steht dann wettertechnisch unter dem befürchtet schlechten Stern, da kann man noch 10 mal von Martin Blumenau als beste österreichische Band angekündigt werden, wenn der Regen die Hälfte des Bühnenmischpults und beide (!) Kickmikros killt, schauma schlecht aus. Wobei die Regenschirme und Ö1 Regenhäute vor uns eh auch fesch waren. Trotz Kälte sind wir jedenfalls ordentlich ins Schwitzen gekommen, weils natürlich schon gut gewesen wäre, den Rest der Band zumindest ein bisserl zu hören. Wer weiß schon, wie schnell die heute wieder sind? Als mir dann bei der Ballade "Feinde" noch das Netzgerät eingeht, wirds endgültig zum Auszucken, und nachdem ich erfolgreich zuerst mich selbst und dann der Reihe nach alle anderen verunsichert haben, spielen wir mit dem Zorn der Verzweifelten das grantigste und übellaunigste Konzert ever. Dass die Chemie Linz die Stimme vom Franz ruiniert hat, muss man gar nicht extra erwähnen. Interessanterweise hat nach dem Konzert so mancher selbsternannte "Kenner" gemeint, "super Konzert, hab überhaupt nix gemerkt...". Naja, vielleicht sollten wir uns unsere Fans gezielter aussuchen. Über Jan Delay muss man auch nicht extra was sagen (Backstreet Boys Coverversionen!). Zum Glück hat der gute alte Peter Brötzmann zuerst das falsche Publikum aus der Stadtwerkstadt hinaus- und dann uns so richtig geil umgeblasen. Deathjazz oder Freecore, irgendsowas, wir freuen schon wieder auf Linz. Am 27.6. im OK, freier Eintritt again, gute Sache.
 
 

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