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KREISKY - BLITZ

Es hat sich einiges getan, seit KREISKY vor vier Jahren ihr letztes Studioalbum Blick auf die Alpen veröffentlicht haben. Nicht nur ist Wien mit dem Defibrillator aus dem popkulturellen Dornröschenschlaf geschockt worden und produziert nun fast wöchentlich spannende neue Bands – nicht zu Unrecht gelten KREISKY als eines der role models dieses neuen Praterfrühlings –, auch die große Welt ist eine andere: Der schimpfende Mensch, der vielen KREISKY-Songs die Perspektive lieh, ist vom Querulanten, der sich an der Supermarktkasse über den Joghurtpreis beschwert, erst zum „Wutbürger“ und dann zum Präsidenten der Vereinigen Staaten geworden.

KREISKY haben für die geänderte Pop- und Weltlage zwei saftige Antworten parat. Ihrer viel diskutierten und hymnisch besprochenen Theaterarbeit Viel gut essen, einer Kollaboration mit der Autorin Sibylle Berg im Wiener Rabenhof-Theater, folgt jetzt - endlich! - ihr fünftes, logischerweise bestes und überraschend leichtes Album Blitz. Eine glatte 11 auf der 10-stufigen Comeback-Skala.

Auf den ersten Blick mögen Songs wie „Ein braves Pferd“ richtiggehend albern wirken, aber es war ja schon immer eine der Stärken von Franz Adrian Wenzls Texten, dass sich darin das Profunde und das Banale sehr nah sind. Neu ist die Kürze und emotionale Präzision der zehn selbstproduzierten Stücke. Oft braucht es nur wenige Zeilen um ein Sittenbild wie „Mon Général“ oder einen Anti-Heimatroman wie „Saalbach-Hinterglemm“ zu skizzieren und dabei zu wirken, als wäre die Idee dazu der Band eben erst in den Kopf geschossen.

Das ist kein Zufall, wie Bassist Gregor Tischberger erklärt: „Wir haben versucht, einen möglichst kurzen Weg vom Proberaum zur Aufnahme zu schaffen. War Blick auf die Alpen soundtechnisch eine recht elaborierte Angelegenheit, über der wir lange im Studio der Wiener Symphoniker gebrütet haben, ist Blitz in Matthias Kastners Kellerstudio im Wiener Speckgürtel entstanden. Vom Schreiben einer Nummer bis zur ersten Aufnahme waren es oft nur wenige Stunden.“ Diese Unmittelbarkeit und Spontaneität, von Alex Tomann (Bilderbuch, Trouble over Tokyo) im Mix noch potenziert, hört man Blitz unbedingt an.

Blitz ist übrigens Gregor Tischbergers letztes Album als Bandmitglied, er wird der Band aber als Satellit und Klangberater erhalten bleiben. Helmuth Brossmann (Destroyed But Not Defeated, The Clashinistas), der schon in der Vergangenheit als Live-Bassist mit der Gruppe aufgetreten ist, wird ab sofort Wenzl, Gitarrist Martin Max Offenhuber und Schlagzeuger Klaus Mitter verstärken.

Blitz ist die Essenz von zwölf Jahren KREISKY in strahlend hellen, energetischen Pop gegossen. Giftig? Ja. Gemein? Freilich. Fies? Sowieso, sonst wären sie’s nicht. Aber eleganter in den Methoden und mit viel Glitzerpapier drumherum. Kurz: Blitz ist herrlicher Wahnsinn und Songs wie “Bauch Bein Po”, “Ein Depp des 20. Jahrhunderts” oder “Veteranen der vertanen Chance” schreien nach Weltkulturerbe. Wer sagts der UNESCO?

Blitz erscheint als 180 Gramm Vinyl, 14 Gramm CD und Download.

Besetzung Blitz
Franz Adrian Wenzl: Stimme, Keyboards
Martin Max Offenhuber: Gitarre, Baritongitarre, Bass, Chor
Klaus Mitter: Schlagzeug, Chor
Gregor Tischberger: Bass, Gitarre, Chor

Besetzung Live
Franz Adrian Wenzl: Stimme, Keyboards
Martin Max Offenhuber: Gitarre
Klaus Mitter: Schlagzeug
Helmuth Brossmann: Bass
22.6. STEYR Stadtpark / Grünland
27.7. Wien Karlsplatz / Popfest
28.7. Bad Wörishofen Soundfeld-Festival


KREISKY - Blitz Cover
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Viel
gut
essen

Ein Amoklauf
von Sibylle Berg
und Kreisky
Theater im Rabenhof Wien
VIEL GUT ESSEN

Am 17. Oktober hat am Rabenhof-Theater in Wien unser Großprojekt VIEL GUT ESSEN nach einem Text (und unter der Regie) von SIBYLLE BERG Premiere. Damit sich unsere Fans und Wegbegleiter ein bisschen was drunter vorstellen können: Das Stück besteht

aus sechs neuen Kreisky-Liedern (ein paar Arbeitstitel zum Gusto machen: Ich?, Hallo Bagger!, Ein kleiner Mensch wie ich, Backende Mutter, Angst in Halbschuhen), aus einem griechisch gedachten Herrenchor bestehend aus Martin, Klaus und unserem Neo-Kreisky Helmuth, sowie Willi Landl, Maximilian Atteneder (Catastrophe and Cure) und Bernd Supper (The Scarabeusdream) und aus einem substanziellen Monolog unseres Sängers Franz, weswegen man das Stück durchaus als sein offizielles Schauspiel-Debüt sehen kann. Es gibt auch Kostüme, Bühnenbild und Licht-Blinki-Blanki, das volle Theater-Programm eben. Man darf also sagen: SCHEISSE, SCHAUSPIELER, aber jetzt wirklich!

Zum Stück: Unser Chorleiter Michael Mautner hat VIEL GUT ESSEN eine Reise in das Herz der Finsternis genannt, ins Herz der Finsternis unserer Zeit. Eine Reise durch das europäische Leben, in dem nicht mehr klar ist, was Recht ist und was rechts. Sibylle Bergs Text, den wir übers letzte Jahr gemeinsam überarbeitet und teilweise aus dem Hochdeutschen in unsere österreichische „Zulu-Sprache“ (Berg) übersetzt haben, kommt unserer Musik und unserer KREISKY-Erzählhaltung sehr nahe. Ein Mensch am Abgrund, ein Mensch in der Verteidigungshaltung. Kein netter Mensch, aber einer, den man vielleicht besser verstehen kann als einem lieb ist.

Was uns außerdem reizt: Wie man Konzerte spielt, wissen wir mittlerweile, und wie man Platten aufnimmt auch, aber bei dieser Produktion gibt’s immer noch die Möglichkeit, dass alles voll in den Arsch geht und wir am Schluss in Scheißkostümen auf der Bühne stehen, als Lachnummern, und den Text vergessen. Wird nicht passieren! Könnte aber!